Wilfried Hiller: Augustinus (2004) -
Ein klingendes Mosaik
(Kirchenoper in sieben Bildern)
Das Werk zeichnet in sieben Bildern den langen Weg nach, den Aurelius Augustinus vom blendenden Rhetoriker mit steiler Karriere im spätantiken Rom zum gläubigen Christen, streitbaren Theologen und treuen Seelsorger einer kleinen nordafrikanischen Diözese zurücklegte.
In der schier unüberschaubaren Vielfalt seiner Werke hat dieser Heilige auch ungewöhnlich viel von seiner persönlichen Lebensgeschichte überliefert. Allein die „Confessiones“ sollten eigentlich idealer Stoff für künstlerische Bearbeitung jeder Art sein.
Der Münchner Komponist Wilfried Hiller sieht Augustinus „als den ersten modernen Menschen“. Er habe in einer Zeit der massiven Umbrüche Ruhe in sich selbst gesucht. Die Kraft seiner Gedanken, die Prägnanz seiner Sprache sei bis heute eine Herausforderung. Dabei tritt Augustinus in Hillers Werk selbst gar nicht auf. Biografisches und Theologisches findet sich gespiegelt in zentralen Figuren seiner Lebensgeschichte: Monnica, die Mutter (Sopran), die langjährige Geliebte Stella (Sopran), der Sohn Adeodatus (Knabensopran) sowie seine Schüler und Zeitgenossen (Männervokalensemble) und ein großer Gemischter Chor.
Das vom Orff-Schüler Hiller gewählte kleine Instrumentalensemble (Flöte, Violine, Zither, Harfe, vier Schlagzeuger, die einen opulenten Schlagapparat bedienen) gibt der modernen Kirchenoper ihre ganz eigene Charakteristik.
Den Kompositionsauftrag erhielt Wilfried Hiller im Jahr 2004 von der Augustiner-Brauerei und der Augustinum Stiftung. Die Uraufführung am 19. März 2005 in München war ein überwältigender Erfolg.
